BLOG FRIDAY mit Cihan Cakmak

Die Nachwuchspreisträgerin Cihan Cakmak hat die ersten Jahre ihrer Kindheit in der Gemeinde Worpswede verbracht. Als Tochter kurdischer Migranten ist Cakmak aus den einengenden familiären Strukturen ausgebrochen und hat sich für ein selbstbestimmtes Leben entschieden. Häufig impliziert der Weg zu Freiheit und Selbstbestimmung einen Bruch mit Traditionen, Kulturen oder Religionen. Mit der Wahl eines neuen, modernen Lebensmodells geht oft auch eine Loslösung von der Herkunftsfamilie einher. Verstecken wird lange Zeit Teil des Alltags. Der Neuanfang ist mit Sprachlosigkeit und Schmerz verbunden. Mit der erkämpften Freiheit und der nun möglichen Selbstverwirklichung geht auch die Suche nach einer neuen Identität einher.

Porträt der Worpsweder Künstlerin Marie S. Ueltzen

BLOG FRIDAY mit Marie S. Ueltzen

Marie S. Ueltzen kommt aus der Malerei. Sie ist eine sehr vielseitige Persönlichkeit, war zunächst als Schauspielerin für Kurzfilme und ist seit einigen Jahren auch als Schriftstellerin tätig. Schon bei ihrem Frühwerk lässt sich beobachten, dass eine plane Fläche der Künstlerin nicht reicht. Wie bei einer Bühnenkulisse bindet sie Pappen als zweite Ebene in ihre Malerei ein. Auf der Suche nach neuen Ausdrucksmitteln entdeckt Ueltzen den sogenannten Klosterstich für sich. Diese Form der Stickerei zählt zu den weiblichsten Kulturformen. Gelehrt wird die Technik noch heute im Kloster Mariensee. Das textile Element verleiht der Malerei die Möglichkeit, Oberflächen ganz anders darzustellen…

BLOG FRIDAY mit Tilo Schulz

Tilo Schulz (*1972 in Leipzig) ist als Künstler und Kurator Autodidakt. Er arbeitet konzeptionell und in ganz unterschiedlichen Medien: Malerei, Bildhauerei und Installation. Zunehmend sind auch Sprache und Performance ein Element seiner Arbeiten. Tilo Schulz ist ein Formenwandler, der sich auf immer neue Weise mit dem Verhältnis von Kunstwerk und Betrachtendem auseinandersetzt. Oft ist seine Kunst direkt für den jeweiligen Ausstellungsraum konzipiert und begehbar. Manchmal sind die einzelnen Elemente so auf dem Boden positioniert, dass die*der Besucher*in keine andere Wahl hat, als sich zu dem Kunstwerk zu verhalten, seinen Standpunkt zu verändern, sich zu bewegen. Was Schulz eigentlich mit seiner Kunst untersucht, ist die Bewegung – die Bewegung als wahrnehmende Fortbewegung und die Bewegung als Veränderung.

BLOG FRIDAY mit Antje Schiffers

Antje Schiffers verfolgt in ihren Arbeiten einen partizipativen Ansatz: Sie reist weltweit, taucht in fremde Lebenswelten und Kulturen ein, schafft es, international Menschen für ein gemeinsames Projekt zu begeistern und ermöglicht ihnen die direkte Teilhabe und Mitwirkung am künstlerischen Prozess. Kunst wird zum Tauschgeschäft. Und die Tauschpartner werden über Bilder, Objekte und Erzählungen Teil des Kunstwerks selbst. Gemeinsam mit der Künstlerinitiative Myvillages betreibt Schiffers seit 2003 das Projekt des International Village Shop. Über dieses sehr flexible Ladenkonzept werden Produkte von der Fufu-Bowl bis zum Kartoffelbeutel vertrieben, die weltweit mit Dorfgemeinschaften dafür entwickelt wurden.

BLOG FRIDAY mit Nikola Röthemeyer

Nikola Röthemeyer (*1972 in Braunschweig) ist bekannt für ihre fragilen, zarten Zeichnungen mit dicht gesetzten Strichen. 2018 hat sie mit der Serie Schwarmfänger begonnen, die Zeichnung in den Raum zu übersetzen. Bei der Vorbereitung der Kunstpreis-Ausstellung hat sich die Künstlerin intensiv mit der Bildsprache Heinrich Vogelers auseinandergesetzt. Der Universalkünstler war u. a. als Grafiker für seine Illustrationen der Märchen der Gebrüder Grimm berühmt. Vogelers Märchenwelten spiegeln sich in den inneren Welten Röthemeyers wider. Beide Künstler*innen verbinden Motive wie Tiere und Fabelwesen.

Die Zeichnungen von Gabriela Oberkofler setzen sich aus vielen kleinen Strichen und Punkten zusammen.

BLOG FRIDAY mit Gabriela Oberkofler

Gabriela Oberkofler (*1975 in Bozen) arbeitet mit den Medien Zeichnung, Skulptur und Installation. Die Natur und Pflanzenwelt spielen in den Arbeiten Oberkoflers eine zentrale Rolle. Ihre Bildmotive nimmt die Künstlerin sehr genau »unter die Lupe«. Ob großformatige Zeichnungen, Installationen oder Blumenteppiche – die Arbeiten haben vor allem eines gemeinsam: es geht um eine akribische Zerlegung in zahllose Einzelteile. Aus winzigen Punkten und kleinsten Strichen setzt Oberkofler die Natur neu zusammen und löst diese im selben Moment wieder auf. Es scheint wie ein Hinweis auf die Vergänglichkeit. Gleichzeitig sind das Zerlegen und das Archivieren der einzelnen Bestandteile ein zentraler Prozess für ihr Gesamtwerk.

BLOG FRIDAY mit Susanne Kutter

Ein Kronleuchter liegt zertrümmert auf dem Boden. Scherbenhaufen aus Glas tragen Titel wie Mary had enough. Wohnräume werden geflutet oder wie durch eine Schrottpresse zusammengeschoben. Neben dem Phänomen von Naturkatastrophen und Zerstörung geht es in den Arbeiten von Susanne Kutter (*1971 in Wernigerode) u. a. auch um den stetigen Verlust privater Sicherheit und Kontrolle und die fortschreitenden Veränderungen intimer Beziehungsgefüge. Bestehende Ordnungen werden dabei hinterfragt und kehren sich um. Über ihre Inszenierung hat Kutter immer nur bis zu einem gewissen Grad die Kontrolle. Sie schafft die Kulissen, wählt die Materialien, die sich entsprechend ihrer bildhauerischen Qualität verhalten (Scherben zerbrechen, Holz schwimmt) und überlässt ihre Arbeit ab einem bestimmten Moment dem Zufall …

BLOG FRIDAY mit Laurenz Berges

Der Düsseldorfer Fotograf Laurenz Berges (*1966 in Cloppenburg) war Assistent von Evelyn Hofer und Student und Meisterschüler von Bernd Becher. Maßgeblichen Einfluss auf seine Arbeit hatte allerdings die langjährige Freundschaft zu dem 2014 verstorbenen Fotografen Michael Schmidt. Berges konzentriert sich ganz auf die Farbfotografie und arbeitet seit vielen Jahren mit einer Plattenkamera. Diese sehr große und schwere analoge Kamera fordert eine äußerst exakte und entschleunigte Arbeitsweise: Jedes Foto muss sitzen.

BLOG FRIDAY mit Diana Mercedes Alonso

Die Künstlerin Diana Mercedes Alonso (*1958 in Bremen) lebt in Bremen. In ihren Arbeiten geht es um dreidimensionale Objekte, ausgewogene Kompositionen, Reduktion, Minimalismus, Linien und Zeit. Seit über 30 Jahren arbeitet Alonso mit den Farben Weiß und Blau. Dabei hat die Künstlerin ihre ursprünglich sehr bunte Farbpalette, zunächst auf zwei Farben reduziert und diese über die Jahre sogar noch weiter minimiert. Für das Dunkelblau verwendete sie eine schwer zu verarbeitende Druckerfarbe. Diese sehr zähe Masse nahm sie immer weiter zurück, manchmal ersetzte sie diese durch blauen Filz oder einen blauen Faden. Vor zehn Jahren begann Alonso dann auf das Blau in ihren Arbeiten gänzlich zu verzichten. An seine Stelle trat der Bleistiftstrich, der den Arbeiten eine zeitliche Komponente verleiht.

Einblick in die Ausstellung Resonanzen II im Barkenhoff

Interview mit Andrea Wolfensberger

Anders als bei Resonanzen I – hier wurde mit Heike Kati Barath vereinbart, dass alle Klassenmitglieder sich an der Ausstellung beteiligen können sollten, wenn sie denn wollten, wurde für Resonanzen II mit den betreuenden Professorinnen Andrea Wolfensberger, Maren Polke (Bern), Christine Streuli (Berlin) und Antje Majewski (Kiel) die Vereinbarung getroffen, dass die Teilnehmerzahl der Exkursionen nach Worpswede zwar unbegrenzt sein sollte, dass die Ausstellungsmacher aber dann bei anschließenden Besuchen in den jeweiligen Hochschulen frei sein sollten in ihrer Auswahl.

Die Klasse Barath

Interview mit Heike Kati Barath

Heike Kati Barath ist Professorin für figurative Malerei an der Hochschule für Künste in Bremen. Sie ist quasi unsere Nachbarin. Auch deshalb lag es nahe, sie mit ihrer Klasse zu Kaleidoskop Worpswede einzuladen. Doch schon vor dieser Einladung aber war sie mit ihren Studierenden in Worpswede.

Ausstellungsansicht in der Worpsweder Kunsthalle

Interview mit Axel Sowa

Axel Sowa leitet seit 2007 das Lehr- und Forschungsinstitut für Architekturtheorie an der RWTH Aachen und zählt zu den renommiertesten Architekturtheoretikern in Deutschland. Im Rahmen von »Kaleidoskop Worpswede« luden die Worpsweder Museen Prof. Sowa und seine Studierenden ein erstes Mal ins Künstlerdorf ein: Eine Kooperation mit nachhaltiger Strahlkraft, die mittlerweile auch in den Künstlerhäusern Früchte trägt. Näheres über die Aachener Kooperationen im Gestern und Heute erfährst Du in diesem Interview.

Kein Sofagast ohne Kuchen

Nun schreiben wir die ganze Zeit von Happen, Vorspeisen und co. und Du hast nicht einmal anständigen Kuchen für Deine Gäste zu Hause? Kein Problem! Auch dafür haben wir eine Lösung. Wir haben im Haus im Schluh gefragt, wer in der Generation der ersten Künstlerinnen und Künstler in Worpswede den besten Kuchen backen konnte. Ganz klar! Bis heute schwärmen alle von Martha Vogelers Apfelkuchen.

Die Künstlerin Gabriela Oberkofler arbeitet an einer Wandmalerei in der Heinrich-Vogeler-Dauerausstellung im Barkenhoff Foto: © David Hecker/Worpsweder Museumsverbund

Interview mit Gabriela Oberkofler

Der Barkenhoff ist der historisch vielschichtigste Schauplatz unter den Worpsweder Kunstorten. Heinrich Vogeler verwandelte eine Bauernkate nach 1895 in ein Gesamtkunstwerk des Jugendstils. Hier fokussierte sich das Leben der Künstlerkolonie, hier war zugleich die Schnittstelle zur Welt. Der Erste Weltkrieg veränderte alles. Aus dem Gesamtkunstwerk wurde ein Ort des gesellschaftspolitischen Experiments. Vogeler gründete eine Arbeitskommune zur Verwirklichung seines Ziels einer klassenlosen Gesellschaft. Das gesamte Gelände des Barkenhoff wurde extensiv landwirtschaftlich genutzt, um die neue Gemeinschaft zu versorgen. Nachbar war Leberecht Migge, einer der wichtigsten Landschaftsarchitekten und -theoretiker des 20. Jahrhunderts, der in Worpswede mit seinem ›Sonnenhof‹ das Modell eines Selbstversorgergartens […]

Der Ausschnitt zeigt Heinrich Vogeler

Sofagast Heinrich Vogeler

Nach Mackensen, Modersohn und am Ende darfst Du nun Platz für Heinrich Vogeler auf Deiner Couch machen. Er kommt 1894 als letzter der Gründer nach Worpswede und macht ein reetgedecktes Rauchhaus mit Flett, den späteren Barkenhoff, zu seinem Domizil. Sein Barkenhoff ist der kulturelle Dreh- und Angelpunkt in Worpswede – und auch in Deutschland. Hier finden um 1900 regelmäßige Treffen von Künstlern, Literaten und Musikern im sogenannten weißen Saal statt. Sogar der Dichter Rainer Maria-Rilke nimmt längere Zeit daran teil.

Interview mit Tilo Schulz

Wann haben Sie zuletzt [anders] geschaut? Ist [anders] schauen nicht eine notwendige Methode, um unsere Welt auch hinter den Dingen, die uns – zumeist von Dritten vermittelt – gezeigt oder erzählt werden, zu erkennen? Und ist nicht die Kunst eine permanente Herausforderung, die uns zu einem [anders] schauen provoziert?

Das Porträt der Tochter Alexandra von Fritz Mackensen zählt zu den spannendsten Bildnissen aus der Sammlung der Worpsweder Kunsthalle.

Sofagast Fritz Mackensen

Deinen heutigen Gast solltest Du womöglich später noch einmal genauer unter die Lupe nehmen, denn hier scheiden sich die Geister. Ein Beitrag allein reicht nicht aus, um Fritz Mackensen in allen Dimensionen zu durchleuchten. Schließlich sorgt der Maler bis heute für reichlich Zündstoff in der Forschung. Zündstoff gab es auch schon zwischen Mackensen und Vogeler. Darum zeigen wir Dir an diesem Beispiel wie sehr die Weltanschauungen der beiden Künstler auseinandergehen und schon innerhalb der Gründergeneration zu Konflikten führen.

Bei Paula im Atelier

Im zweiten Teil der Entdeckungstour für Kinder Auf Paulas Spuren besuchen wir mit Dir das Atelier von Paula Modersohn-Becker (1876–1907). Du lernst, was eine Palette ist, etwas über Ölfarben und erfährst mehr über den Ort, an dem sie ihre Bilder gemalt hat. Paula im Farbenrausch In Worpswede kannst Du Dir in sogar die Malpalette von Paula im Original anschauen. Mit diesen Farben hat sie ihr letztes Ölbild gemalt. Die Palette wird in der Touristen-Information ausgestellt. Schau Dir das Foto einmal genauer an. Kannst Du erkennen, welche Farben sie wohl als letztes verwendet hat? Wie könnte das Bild aussehen? Und welches […]

Interview mit Beate C. Arnold, Joerg van den Berg und Matthias Jaeger

Kunstwerk, Landschaft, Lebensort

Im November 2019 trafen sich die Kuratorin Beate C. Arnold, der Künstlerische Leiter Jörg van den Berg und der Projektleiter Matthias Jäger im ›Dienstzimmer‹ des Worpsweder Bahnhofs zu einem längeren Gespräch über Kaleidoskop Worpswede. Es ging zunächst um die ursprüngliche Projektidee und die Entstehung der Ausstellung. Im Zentrum des Gesprächs – zu dem sich im zweiten Teil noch der Worpsweder Galerist und Gastgeber Volker Schwennen hinzugesellte – stand aber die Frage, welche Ideen und Perspektiven für die Zukunft sich aus Kaleidoskop Worpswede ergeben haben.

Das berühmte Gemälde Sommerabend von Heinrich Vogeler zeigt die "Familie" auf dem Barkenhoff.

Auf Paulas Spuren

Diese BLOG-Reihe ist extra für kleine Forscher und Entdecker. Begib Dich online mit uns auf Spurensuche nach Paula Modersohn-Becker. Im ersten Teil von Auf Paulas Spuren erfährst Du etwas über die ersten Worpsweder Maler. Du lernst Paula kennen und wir zeigen Dir einen ersten Ort, an dem Du heute noch Spuren der Malerin finden kannst. Deine erste Aufgabe ist, das Puzzle zu lösen.

Einblick in die Dreharbeiten des ZDF Kulturspot

Ein Kunsthappen vorweg

Bevor wir Dir den ersten Sofagast nach Hause liefern, möchten wir Dir zunächst einen weiteren Kunsthappen als Vorspeise servieren. Worpswede war um 1900 eine der bekanntesten Künstlerkolonien in Deutschland. Das hat den Ort bis heute international berühmt gemacht. Insgesamt gab es rund 150 Künstlerkolonien in ganz Europa. Das Künstlerdorf Worpswede hat im Unterschied zu den meisten anderen die großen Krisenjahre des Ersten und des Zweiten Weltkriegs überdauert und ist bis heute ein lebendiger Ort der Kunst. Noch immer zieht das einstige Bauerndorf im Teufelsmoor regelmäßig Künstlerinnen und Künstler in seinen Bann.

Sofagast Hans am Ende

Den Auftakt in unserer BLOG-Reihe »Sofagäste« macht Hans am Ende (1864-1918). Er zählt gemeinsam mit Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler zu den fünf Gründern der Künstlerkolonie. Nach Fritz Mackensen und Otto Modersohn kommt er wenig später im Jahr 1889 nach Worpswede, um dort die Natur en plein air malerisch einzufangen. Im Gegensatz zu seinen Malerkollegen sind seine Werke jedoch wesentlich heller. Er schafft es, selbst dem dunkelsten Tag ein Licht zu entlocken.

Das Gemälde Sonniger Herbsttag von Otto Modersohn gehört zu den Highlights aus der Sammlung der Worpsweder Kunsthalle.

Sofagast Otto Modersohn

Nach Hans am Ende lädt sich nun Otto Modersohn als Sofagast zu Dir nach Hause ein. Ganz schön frech, meinst Du? Na immerhin haut Modersohn im entscheidenden Moment mit der Faust auf den Tisch, aber lies selbst: »[…] fort mit den Akademien, nieder mit den Professoren und Lehrern, die Natur ist unsere Lehrerin und danach müssen wir handeln.« Der Aufschrei Otto Modersohns (1865–1943) im Sommer 1889 soll alles verändern! Er spricht aus, was Fritz Mackensen und Hans am Ende fühlen. Der Grundstein einer neuen Künstlerkolonie nach dem Vorbild von Barbizon ist gelegt.

Kein Platz für mehr Willi und Maya? Ein Beitrag für die Biene

Seit über einem Jahr beschäftigt sich der Worpsweder Museumsverbund anlässlich von »Kaleidoskop Worpswede« in diversen Projekten mit dem Thema »Biene«. Auch 2019 läuft unser Bienenprojekt unabhängig von der vergangenen Ausstellung weiter. Das Bienenthema ist für uns ein nachhaltiges Anliegen. Ausgangspunkt sind die Bienenhäuser des Künstlers Olaf Nicolai, deren verschiedene Ausführungen vor dem Haus im Schluh, auf der Hörenbergwiese sowie im Barkenhoff-Garten und im Kiefernhain der Großen Kunstschau zu finden sind. Jungvölker residieren vor den Museen Nicolais spezielle Architekturen werden in Worpswede erstmals von jungen Bienenvölkern bewohnt und zum Teil auch bewirtschaftet. Zuvor wurden seine Bienenhäuser nur als reine Ausstellungsobjekte gezeigt. […]

Gabriela Oberkofler, Vogelnest mit Stöckchen, 2018 Foto: © David Hecker/Worpsweder Museumsverbund

Gabriela Oberkofler – oder »der Zauber des Feinen«

Im Rahmen von »Kaleidoskop Worpswede« zeigen wir in der Ausstellungssektion »[anders] gestalten« im Barkenhoff Kunstwerke von Gabriela Oberkofler. Doch die Künstlerin  ist nicht einfach nur zu Gast im Barkenhoff. Ein Gast würde kommen und einige wenige Habseligkeiten dezent im Reich des Gastgebers verteilen. Dabei würde er oder sie für eine Weile alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen und dann wieder verschwinden. Gabriela Oberkofler tat anders. Zunächst einmal kam sie schon im Vorfeld der Ausstellung nach Worpswede, wohnte in den Künstlerhäusern und sog unser schönes Dorf ganz in sich auf. Wir werden noch feststellen, wie es Eingang in ihre Arbeiten fand. Währenddessen […]

Vom Entwurf zum Werk

Sprechen und schreiben wir über »Kaleidoskop Worpswede«, lässt sich immer wieder ein wichtiger Aspekt finden. Die Ausstellung möchte Perspektiven verschieben und das Gestern und Heute zu einem möglichen Morgen befragen. Genau darum geht es uns in diesem Beitrag. Manchmal denkt und plant man und bereitet vor… und dann kommen die schönsten Momente ganz spontan zustande. Dann geht es vor allem um die Energie, die man mit den eigenen Anstrengungen freigesetzt hat. Um die Türen, die man geöffnet hat. Vielleicht für´s Erste nur einen kleinen Spalt weit. Bis dann jemand kommt und sie weit aufreißt. Folgendes trug sich zu Im Barkenhoff […]

Ana Torfs TXT (Engine of Wandering Words) (Detailansicht), 2013 Wolle, Baumwolle, Jaquard Jeweils 325 x 275 cm © Foto: Ana Torfs

Ana Torfs und die »wandernden Wörter« im Haus im Schluh

In direkter Nachbarschaft zu einem der kleinsten Kunstwerke von »Kaleidoskop Worpswede« hängt eine der raumgreifendsten Arbeiten. Dabei handelt es sich um sechs beeindruckende Wandteppiche in den Abmessungen 325 x 275 cm. TXT (Engine of Wandering Words) lautet der Titel  der aufwendigen Webarbeit von Ana Torfs. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Brüssel. Dick und schwer hängen die Teppiche an den Wänden des Haus im Schluh. Flauschig sehen sie aus. Aus diesem Grund kann man beobachten, wie der Besucher gegen den ersten Affekt ankämpfen muss, sie zu berühren und ihre raumfüllende Präsenz haptisch mit den Fingerspitzen zu erfassen. Wie die Kunstwerke entstanden Der hochwertige […]

Jens Risch – unser Fundstück der Woche

Selten passte der Titel so gut: Die Arbeit von Jens Risch ist ein wahres Fundstück. So fein und zart wie sie ist, muss man sie erst einmal finden. [anders] als andere Arbeiten in unserer Ausstellung schlägt diese leise Töne an. Sie kontrastiert dabei wunderbar mit den großformatigen und raumgreifenden Wandteppichen von Ana Torfs. Der Ort Gemeinsam sind diese und weitere Arbeiten in der Ausstellungssektion »[anders] weben« im Haus im Schluh  zu finden. Sie knüpfen damit an die Geschichte des Hauses und an die hier noch immer ansäßige Handweberei an. Und »knüpfen« ist das Zauberwort, wenn es um die Arbeiten von Jens […]

Tilo Schulz verändert die Rotunde

»Und was mache ich nun damit?« Die Besucherin steht achselzuckend, sich im Kreise drehend vor mir. Ich bin Livespeakerin am Eröffnungswochenende. Livespeakerin? Das heißt, ich halte nicht wie üblich eine Führung durch die Ausstellung, sondern bewege mich frei durch die Räume, komme mit Staunenden ins Gespräch und unterhalte mich mit Fragenden. So wie mit jener Dame in der Rotunde der Großen Kunstschau, mitten in der raumgreifenden Arbeit von Tilo Schulz. »Wie finden Sie das?«, fragt sie mich. Ich freue mich über die direkte Kommunikation, über das Denken und Fühlen, das fast spürbar den Raum zwischen uns erfüllt. Was ist [anders]? […]

Ein anderer Spaziergang – die »Worpsweder Nebenwege«

Am 22. und 23. September 2018 feierte der Barkenhoff ein [anderes] Erntedankfest und lud zu einem Themenwochenende unter dem Titel »[anders] gestalten« ein. Dabei wurde gekocht, gegessen, gesprochen und gefeiert. Aus diesem Anlass waren auch die Studierenden der RWTH Aachen erneut in Worpswede zu Gast. Allerdings kamen sie nicht, um zu forschen und zu beobachten. Sie wurden aktiv und präsentierten ihre Ergebnisse in einem spannenden Spaziergang durch den Ort. Eine Erkundung der »Worpsweder Nebenwege« Treffpunkt ist der Dorfplatz in der Bergstraße. Von hier aus geht es zunächst über die Lindenallee zur Großen Kunstschau und auf die dahinter liegende Marcusheide. Auf […]